Die Brandmeldeanlage eines größeren Objekts löst aus. Die Trupps arbeiten sich mit der Laufkarte durch das Gebäude, suchen Räume systematisch ab und markieren Türen — während draußen die Wasserversorgung steht und die Führung den Überblick über beide Welten behalten muss: die Straße und das Gebäudeinnere.
Die Brandmeldeanlage eines Verwaltungsgebäudes, Seniorenheims oder Betriebs löst aus. Beim Eintreffen zeigt das BMA-Tableau einen ausgelösten Melder im 2. Obergeschoss; die zugehörige Laufkarte führt den Angriffstrupp zum betroffenen Abschnitt. Im Treppenraum ist leichter Brandgeruch wahrnehmbar. Ob sich noch Personen im Gebäude aufhalten, ist unklar — es ist Werktag, das Objekt ist grundsätzlich belegt.
Während der Erkundung verdichtet sich die Lage: In einem Flurabschnitt steht Rauch, mindestens eine Person wird vermisst. Die Trupps müssen Raum für Raum absuchen — und dabei sauber festhalten, welche Tür bereits kontrolliert wurde, hinter welcher eine Person vermutet wird und welche nicht geöffnet werden darf. Parallel löst ein weiterer Melder in einem anderen Abschnitt aus, und die Führung muss entscheiden, ob es sich um Rauchausbreitung oder ein zweites Ereignis handelt.
Der Kern dieser Übung ist die Verbindung zweier Welten: draußen die klassische Einsatzstellenorganisation mit Wasserversorgung, Atemschutzüberwachung und Bereitstellung — drinnen die systematische, nachvollziehbare Durchsuchung. Die Führung steht vor der Frage, die im Ernstfall über Menschenleben entscheidet: Welche Räume sind sicher abgesucht, wo wird noch gesucht, und woher weiß ich das verlässlich, wenn mehrere Trupps gleichzeitig arbeiten?
Die folgende Skizze ist ein Vorschlag. Die Übung braucht ein reales Objekt mit BMA (oder eine nachgestellte Laufkarten-Situation) und lebt von der Tür-Markierungs-Methode, die weiter unten beschrieben ist.
Eintreffen, Erstinformation an der BMA: Welcher Melder, welche Laufkarte, welcher Weg. Der Angriffstrupp rüstet sich aus und geht mit der Laufkarte vor, die Wasserversorgung wird parallel aufgebaut. Die Atemschutzüberwachung beginnt.
Der Angriffstrupp erreicht den Melderabschnitt, stellt Rauch fest und beginnt die Raumdurchsuchung. Jede kontrollierte Tür wird markiert, jeder Befund per Funk gemeldet. Draußen steht die Wasserversorgung, ein Sicherheitstrupp ist in Bereitstellung.
Die Meldung über eine vermisste Person kommt herein, gleichzeitig löst ein Melder in einem weiteren Abschnitt aus. Die Führung muss einen zweiten Trupp einsetzen, die Suchbereiche sauber trennen und bewerten, ob sich die Lage ausbreitet. Jetzt zeigt sich, ob die Tür-Markierung diszipliniert geführt wird — oder ob Räume doppelt oder gar nicht abgesucht werden.
Wurde jeder Raum genau einmal abgesucht — keiner doppelt, keiner vergessen? Wie lange dauerte es vom Alarm bis zum Auffinden der Person? War der Atemschutzeinsatz sauber überwacht? Wie wurde der zweite Melderalarm bewertet, und war die Entscheidung nachvollziehbar?
Das Herzstück der Suchdisziplin in dieser Übung ist eine einfache, bewährte Methode: Jede Tür erhält eine sichtbare Markierung, und an Türen mit besonderer Lage hängt ein Zettel mit der aktuellen Situation. So weiß jeder Trupp — auch ein nachrückender — auf einen Blick, woran er ist. Ein mögliches Schema:
Hinter dieser Tür wird eine Person vermutet oder eine besondere Gefahr angenommen. Öffnen nur auf Anweisung — z.B. wenn der Trupp dafür ausgerüstet und der Sicherheitstrupp bereit ist.
Ein Trupp arbeitet gerade in diesem Raum. Kein zweiter Trupp bindet sich hier — Doppelsuche kostet Zeit, die an anderer Stelle fehlt.
Raum vollständig kontrolliert, keine Person, keine Gefahr. Die Markierung mit Uhrzeit und Truppkennung ergänzen — dann ist auch später nachvollziehbar, wer wann geprüft hat.
Die Laufkarte und die Tür-Markierung sind bewährte Papier-Werkzeuge — und sie bleiben in dieser Übung im Einsatz. Was auf Papier aber verloren geht, ist die Zeitspur: Wann wurde welcher Raum gemeldet, in welcher Reihenfolge lief die Suche, wie lange war der Trupp im Gebäude? Genau diese Fragen entscheiden in der Nachbesprechung darüber, ob die Suche wirklich systematisch war — und genau sie kann hinterher niemand mehr aus dem Gedächtnis beantworten.
Vermisstenmeldung und zweiter Melderalarm werden als zeitgesteuerte Ereignisse hinterlegt und automatisch ausgelöst. Die Übungsleitung kann sich voll darauf konzentrieren, die Suchdisziplin und die Führungsentscheidungen zu beobachten, statt selbst Ereignisse einzuspielen.
Jede Raummeldung des Trupps — „2. OG links durchsucht, frei", „Person gefunden" — läuft als Funkspruch und landet automatisch zeitgestempelt im Protokoll. Die Laufkarte am Führungstisch zeigt das Wo, Taktio hält das Wann fest. So entsteht der komplette Suchverlauf, ohne dass jemand mitschreiben muss.
Fahrzeugaufstellung, Wasserversorgung und Schlauchlinien liegen auf der Lagekarte; der Status jedes Trupps — insbesondere unter Atemschutz — ist jederzeit sichtbar. Die Führung behält beide Welten im Blick: die Straße in Taktio, das Gebäudeinnere auf der Laufkarte.
In der Nachbesprechung liegen dann beide Dokumente nebeneinander: die vollgezeichnete Laufkarte und die Taktio-Zeitleiste. Zusammen beantworten sie die entscheidende Frage dieser Lage — war die Suche systematisch? Wenn zwischen „Person vermisst" und „Person gefunden" vierzehn Minuten liegen und die Zeitleiste zeigt, dass ein Abschnitt doppelt abgesucht wurde, ist das eine belegte Erkenntnis, aus der die Mannschaft wirklich lernt.
In der Live-Demo zeigen wir dir, wie sich dieses Szenario in Taktio aufbauen lässt.
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